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28
Dezember
Weihnachtsfeier bzw. Seminar mit TFTAK (14.-15.12.05) und weiteres...
Wie es sich für jedes anständige Unternehmen auch hier in Estland gehört, gibt es natürlich vor Weihnachten eine anständige Weihnachtsfeier. Also auch bei mir im Institut. Dazu haben sich die Bosse gedacht, dass könnte man gleich noch mit einem Team-Seminar verbinden. Und so hieß es für das ganze Labor und die Chefs am Mittwoch morgen, Einsteigen in den Bus der uns dann 90 km Richtung Süden in die Nähe von Paide bringen sollte ins
„Veski-Silla“ Hotel.
Nachdem wir dort die Zimmerbelegung geklärt hatten, ich war mit Kerti, meiner Tratsch-Kollegin aus der Hefe-Arbeitsgruppe in dem wohl besten Zimmer (unser Ausblick vom Badezimmer war genial, die anderen hatten nicht mal ein Fenster!!!), gab es eine kurze (!) Ansprache von einen der Chefs, allerdings auf estnisch und außer ein paar zahlen hab ich mal wieder nicht viel verstanden, aber es ging wohl darum was das letzte Jahr so alles gebracht hat! Vielleicht gar nicht so schlecht, wenn man nix versteht! Und dann gabs auch shcon Mittagessen. Lecker! So richtig genial, Fleisch, Kartoffeln und Salat! Und wir haben uns gleich mal ein Gläschen Wein dazu gegönnt!
Danach stand dann das Teambildungsseminar auf dem Programm. Erst hat uns eine Tante allgemeine Regeln/Erkenntnisse zur Teamentwicklung und –bildung erklärt (alles auf estnisch, aber ich hab ja so liebe Kollegen, die mir doch die wichtigsten Erkenntnisse übersetzt haben, Danke Risto und Kerti!). Schließlich wurden wir in 4 Gruppen eingeteilt. Es hieß die Gruppen hätte der Computer zufällig zusammengelost! Komisch, das bei mir all die Leute waren mit denen ich im Labor auch zusammenstecke!!! Zufall?
Wir gingen nach draußen in den Wald und hatten verschiedene Aufgaben zu lösen, die natürlich nur als Team zu bewältigen waren. Das hat riesigen Spaß gemacht, vielleicht nicht immer allen, gelle Risto! Das Seewasser hat dann wohl doch nicht so wirklich gut geschmeckt!!! Unser Teamname war übrigens Pärmibakterid (= Hefebakterien)!
Dabei haben uns dann die Seminarleiter gefilmt, fotographiert und beobachtet! Das wurde dann danach analysiert und diskutiert. Das war auch ziemlich lustig, vor allem wenn man gesehen hat, was sich die anderen Teams so alles haben einfallen lassen! Und dann war der offizielle Teil auch schon vorbei! Und es ging zum Feiern über. Als erstes genehmigten wir uns ein Bierchen vor dem Essen und dann gab es wieder ein sehr leckeres Abendessen! Dazu dann reichlich Wein! Nachdem Essen bestand die Möglichkeit zu bowlen oder in die Sauna zu gehen. Wir, das waren eigentlich fast all die Jüngeren, die Studenten halt, entschieden uns noch eine Weile sitzen zu bleiben und weiter Wein zu trinken und zu ratschen. Wir stießen dann später zu der Bowling-Bahn. Dort waren die anderen schon fleißig zu Gange, ich habe ja nicht wirklich viel Erfahrung mit diesem Spiel und so mussten mir die Jungs mit Rat und Tat zur Seite stehen um mir das Bowlen näher zu bringen. Risto und Kaspar haben das wirklich gut gemacht und ich hab dann auch irgendwann mal die Pins getroffen. Es war ein heiden Spaß! Dann war es Zeit für den Santa Claus! Unsere 2 Chefs kamen mit Zipfelmützen und großen Plastiktüten und jeder hatte etwas vorzutragen, um dann ein Geschenk zu bekommen. Ich habe dann mit Anna, einer Russin, die recht gut deutsch spricht, „Oh Tannenbaum“ gesungen, das kannte sie nämlich auch! Und dafür haben wir dann jeder einen Timer für 2006 bekommen! Nach dieser Bescherung ging es munter weiter mit Trinken und Bowlen! Und dann hieß es die Bahn zu verlassen, die zugemacht wurde. Der neue Plan hieß Sauna! Also hat sich jeder noch mal mit Getränken versorgt und wir sind dann kollektiv in die Sauna marschiert. Für mich ist das immer noch etwas ungewohnt in der Sauna angetrunken mit den Chefs zu sitzen und über alles Mögliche zu quatschen! Sehr lustig auf alle Fälle! Auch dort wurde natürlich irgendwann das Licht abgedreht und dann haben wir einfach mal den Rest der Getränke eingepackt und haben zu einer After-Chill-Out-Party im Zimmer der Jungs (Kaspar, Risto und Petrjian) eingladen! Das war natürlich richtig lustig noch und irgendwann haben dann so manche angefangen, unheimliche Geräusche zu hören! Ob das niocht doch vielleicht eher an dem überhöhten Alkoholkonsum lag, Risto?
Irgendwann bin auch ich dann in mein Bett gefallen, nachdem meine Zimmerkollegin schon etwas früher die Segel gestrichen hat. Ich denke es war schon reichlich spät, aber hell war es noch nicht, kein Wunder das wird’s ja auch erst so gegen 9.00 Uhr morgens.

Am nächsten Morgen war es sehr lustig die ganzen Gesichter beim Frühstück zu treffen, manche sahen wirklich noch nicht so wach aus! Und einer der Cefs hat sich den ganzen Morgen erst gar nicht blicken lassen. Er war mit dem eigenen Auto gekommen, was für ein Glück für ihn!
Im Bus auf der Rückfahrt war eigentlich nicht wirklich was zu hören, jeder hatte Schlaf nach zu holen. Und als wir dann wieder in Tallinn waren, ist jeder nur schnell ins Lab gegangen um emails zu checken oder ähnliches! Und dann ist jeder Heim! Ich natürlich dann auch!!! Und das hat so gut getan zu schlafen!

Alles in allem war es natürlich wieder mal eine sehr wertvolle Erfahrung! Jetzt weiß ich auch wie man in estnischen Unternehmen Weihnachtsfeiern begeht!!!
Was für ein Spaß!
Bilder dazu gibt’s auch wieder!


Wie vielleicht schon einige von euch entdeckt haben, sind im Ordner „Joulud Tallinnas“ Bilder von dieversen weiteren Weihnachtsfeiern.
Als erstes gab es eine X-mas-Party von den Leuten von ESN (Erasmus-Students-Network) hier in Tallinn. Dies war auch zugleich die letzte Party für viele der Erasmuslern, da die meisten nur ein Semester hier waren und dieses jetzt leider um ist! Also war das noch mal eine gute Gelegenheit Leute zu treffen und so richtig die Sau rauszulassen!!! Gesagt, getan! Das ganze fand im Beerhouse in der Altstadt statt. Es gab Snacks zu Essen und etliche Biere waren an diesem Abend für 20 EEK (=1,25 €). Dann kam auch mal wieder der Weihnachtsmann und die verschiedenen vertretenen Nationalitäten mussten etwas zum Besten geben. Die Deutschen (Nico, Knut, Carsten und ich) haben sich für „Oh Tannenbaum“ (schon wieder!) entschieden. Naja!!! Aber die anderen waren auch nicht besser, vor allem nicht die Ösis mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ !!!! Aber schließlich hat dann doch jeder noch ein Geschenk/Andenken bekommen. Ein Buttermesser aus Wachholderholz mit Gravur (ESN Tallinn)! Schließlich sind wir dann weiter ins Havanna gezogen! Um den Abend noch nett ausklingen zu lassen.
Das nächste Fest war dann die Pre-X-mas-Party im Haus der Franzosen (Camille, Etienne und Geoffrey). Wir wollten schon mal testen, ob wir Weihnachten gut feiern können oder was wir dafür noch lernen müssen! Dort sollte dann auch am 24.12. gefeiert werden.
Also wurde schon mal der Tannenbaum aufgestellt und jeder hat was aus seinem Heimatland zu Essen oder Trinken mitgebracht! Wir hatten was finnisches, jede Menge französische Leckereien und die Iren hatten einen Whiskey dabei. Katharina und ich hatten uns entschieden Kaiserschmarrn zu machen. Kann ja nicht so schwer sein, dachten wir uns!!! Hahahaha!!!
Das war dann doch nicht so einfach, Gott sei Dank hatten wir dann professionellen Beistand aus Österreich! Dank Meike hat es dann doch noch geschmeckt, auch wenn es ned so gut aussah! Ob es an dem Nusslikör lag, den Katharina in den Teiggemischt hat oder doch an der Pfanne, wie andere Stimmen vermuten, weiß keiner! Das Fest hat allerdings auf keinen Fall drunter gelitten! Wir hatten Spaß! Und damit war die Generalprobe vollends gelungen!
Nur Katharina und ich haben uns dafür entschieden Heiligabend dann doch lieber Semmelknödel mit Schwammerlsoße zu kochen!

So, viele liebe Grüße aus dem mittlerweile verschneiten Tallinn und frohes Warten auf die nächsten spannenden Berichte aus meinem Leben!
Bis bald,
Astrid


20
Dezember
X-mas Trip nach Tõrvaaugu (10.-11.12.05)
Da viele Erasmus-Studenten nur ein Semester hier sind und das bedeutet, dass sie vor Weihnachten schon wieder abreisen, haben sich die Tutoren der techn. Uni heir etwas besonderes für uns einfallen lassen.
Es gab eine Trip in die Wälder in mitten Estonias in eine Hütte. Dort sollte dann Weihnachten gefeiert werden ach estnischen Sitten. Das klang natürlich wieder super gut und ich durfte nicht fehlen.

Los ging es dann am Samstag Mittag. Es ging mit dem Bus Richtung Süden, wir waren so um die 25 Leute! Nach 1,5 h Fahrt kamen wir in Tõrvaaugu an. Es war eine Hütte mitten im Nirgendwo, um uns herum nur Wald und Schnee. Einsam und schön!
Dort waren schon einige der Tutoren dabei uns ein leckeres Festessen zu zaubern. Allerdings mussten wir erst unsere Schalfgemächer beziehen, da sie noch nicht ganz soweit waren. Gesagt, getan! Und dann gab’s erst mal Essen. In Estonia gibt es zu Weihnachten Blutwürste, Kartoffeln und Sauerkraut! Und dazu dann Sahne-Hering mit Zwiebeln, Kürbissalat und russischen Salat, der wird mit rote Beete gefärbt (sieht dann rosa aus!), Lachs, Butter und Brot! Es gab auch noch eine Art Schweinebraten und mit Käse überbackene Kartoffeln. Was für ein Menü! Und alles sehr lecker! Hmmmmmmmmmm.......
Danach waren wir natürlich alle papp-satt! Da hilft nur ein Spaziergang im Freien, haben sich unsere Tutoren gedacht. Jeder musste für diesen Trip ein kleines Geschenk mitbringen, dass dann hier von Santa’s Helfern verteilt werden sollte. Nur hatten diese dann beschlossen, die Geschenke lieber im Wald zu verstecken und uns in die Finsternis auf die Suche zu schicken! Um es uns etwas einfacher zu machen, hatten sie Windlichter angezündet in deren Nähe sie dann die Geschenke versteckt haben! So war es im Ende doch recht einfach und wir hatten eine sehr geniale Nachtwanderung durch die verschneiten Wälder Estlands! Klasse!!!
Einige von uns bekamen so Plastik-Rutsch-Rodel (ich auch!) und welch ein Zufall am Ende unseres Wanderweges befand sich ein kleiner Hügel, wo wir sie gleich ausprobiert haben. Das war ein Spaß, kann ich euch sagen! Wir waren am Ende natürlich klatsch-nass, aber egal, wir sind dann ja eh wieder heim in die warme Stube, wo schon ein prasselndes Kaminfeuer und eine Sauna auf uns gewartet haben. Herrlich!
Es gab dann noch jede Menge süße Naschereien, Pfefferkuchen zum selber bemalen, eine Art Käsekuchen, aber eher ohne Käse, dafür mit viel Zimt, Blätterteig-Vanillepudding-Kuchen, Madarinen,....und dazu jede Menge Hõõgvein!!! Erst haben wir nur gegessen, getrunken und ein paar Spielchen gespielt und schließlich ist einer nach dem anderen in die Sauna verschwunden. Ach war das toll, wir sind dann nach der Sauna, vor dem Duschen erst mal raus in den Schnee gehüpft! Natürlich nicht lange, da die Füße ziemlich schnell zu Eisklumpen werden, aber echt ein tolles Erlebnis. Danach gab es dann noch mehr Spielchen und Alkohol und die Stimmung war richtig gut...aber auch so ein Abend geht irgendwann einmal zu Ende und so ist dann nach und nach ein jeder in seinen Schlafsack gekrochen! Die Nacht war eher etwas ungemütlich, schlafen konnte man nicht wirklich, es war viel zu eng und wir hatten wohl ein bisschen viel eingeheizt, also gab es noch mal Sauna in der Nacht!!!
Am nächsten Morgen wurden wir mit dem Duft frischer Pancakes geweckt! Sehr lecker!!! Eigentlich wollten wir noch mal zu dem Rodel-Hügel und noch ein bisschen Spaß haben, aber leider, leider hatte es in der Nacht wieder einmal angefangen zu regnen und der ganze schöne Schnee war am schmelzen. Schade, wir hatten uns so drauf gefreut!!!
Dann ging es halt wieder heim nach Tallinn. Auch gut, wir waren eh alle hundemüde!

Es war wirklich ein sehr genialer Ausflug und das Essen war super-genial! Und Papa und Mama, ihr werdet es nicht glauben, ich, ja ich, eure große Tochter, habe doch tatsächlich Blutwürste gegessen! Und sie haben mir geschmeckt! Welch Wunder!!!
Also, meine Lieben, daheim Weihnachten im Norden ist toll, zumindest solange Schnee liegt!
Macht’s gut und brav bleiben, sonst bringt das Christkind nix!!!
Bis dann wieder
Euer Nordlicht

P.S. Bilder davon gibt's natürlich auch wieder!


16
Dezember
Exkursionen mit der Technischen Uni Tallinn (TTÜ)
Da mein Chef auch der noch Professor hier an der Technischen Uni ist, habe ich in letzter Zeit immer wieder mal die Gelegenheit an Exkursionen teilzunehmen.

Die erste ging zu der Kläranlage (Reovee-puhastusjaam) in Tallinn. Das ist natürlich absolut klasse! Allerdings ist es schon etwas schwer sich mit den spärlichen Informationen die man selber versteht, da alles natürlich auf estnisch war, ein Bild zu machen. Ich verstehe hauptsächlich ja immer nur Zahlen eindeutig, dass geht mir einfach noch ein bisschen zu schnell! Aber Gott sei Dank, hat mir ein estnischer Student die wichtigsten Daten übersetzt. Fazit: ist auch nicht anders als eine Kläranlage bei uns. Aber die Aussicht vom Faulturm war gigantisch...die Kläranlage befindet sich direkt auf einer Halbinsel (Paljassare) und von dort hat man einerseits dann einen wunderbaren Blick auf Tallinn’s Altstadt, Neustadt, eigentlich alle Stadtviertel und andererseits auf’s Meer und das Vogelschutzgebiet am Ende der Halbinsel!!! Ich hatte leider meine Kamera vergessen, das wären fantastische Bilder geworden. Tut mir leid!

Die weitere Exkursion an der ich teilgenommen hab, ging dann in die Nähe von Rakvere (ganz nah bei Lahemaa N.P.) zu einer Molkerei/Käserei und in eine Destillerie.
Ja, ganz richtig zum Schnaps!!!
Zu erst mal zu der Käserei.
Also aufgepasst meine Dairy-Science-Studenten, Jenny, Werner und Dominik:
Als wir dort ankamen, dachte ich, wir müssen hier falsch sein, da war nur ein bauernhofähnliches Gebilde und ziemlich alt, aber wir waren doch am Ziel. Es war eine kleine Klitsche, aber von innen dann doch alles vom feinsten und wir konnten zusehen, wie der Käsebruch auf Formen verteilt und gepresst wurde. Danach hat man uns auch noch den Rest des Produktionsablaufes gezeigt, wie das Baden der Laibe in Salzlake und schließlich die Reifelager. Da standen mehrere Regalreihen voll gefüllt mit Käselaibern, so muß „Cheese-Heaven“ sein!
Die Verpackungsabteilung war auch sehr witzig. Es wurden gerade Käsewürfel abgepackt, das ging so: 2 Frauen wiegen die entsprechende Menge Käse in Schalen ein, reichen sie der nächsten Dame, welche sie dann in die Plastikschalen einfüllt, welche dann in eine Maschine liefen, wo sie automatisch (!) zugesieglt wurden. Anschließend klebte ein Mann die Etiketten auf die Oberseite der Packung! Unglaublich, aber der einzigste Vorgang der nicht von Hand gemacht wurde, war das Versiegeln!!! Und diese Maschine war noch aus russischem Bestand!
Anschließend gab es natürlich noch eine Verkostung. War natürlich sehr lecker!
Schließlich ging es dann noch in die Wodka-Fabrik! Man hat uns erzählt das 2 der 10 besten Wodkas auf der Welt aus dieser Fabrik stammen, allerdings ist uns nicht ganz klar, wie das bewertet wird. Und im Guinessbuch der Rekorde steht die Fabrik ebenso, wegen längstem ununterbrochenem Brennprozeß gleicher hoher Qualität, oder so ähnlich! Konnte leider nicht alles verstehen! Aber egal! Dort wurde jede Menge Alkohol produziert, der dann mit Tanklastzügen zu weiteren Fabriken transportiert wurde, also keine Abfüllerei vor Ort. War schon sehr interessant, aber leider gab es am Ende keine Verkostung! Schade, wir hatten uns schon so drauf gefreut!
Von diesem Trip gibt es auch Bilder im Ordner „Exkursion mit TTÜ“.

Also, ich werde euch auf dem Laufendem halten, genießt die Vorweihnachtszeit und bis bald,

Astrid



5
Dezember
Weihnachtsvorbereitungen in Tallinn!
Jetzt meld' ich mich mal aus der schönen Vorweihnachtszeit aus Tallinn bei euch! Ich wünsch' euch allen eine ruhige, verschneite schöne Adventszeit!
Ich hoffe, ihr seid auch alle dabei feißig Plätzchen zu backen und habt schon ein paar für mich zur Seite getan, die hoffentlich bald in meinem Weihnachtspäckchen von euch an mich hier bald ankommen!
Ich habe letzte Woche mit Katharina auch schon welche gebacken. Wir wollten Kakao-Mandel-Bällchen zaubern, allerdings haben wir keine Mandeln gefunden, drum gab's dann einfach Kokos! Nur hatten wir noch keine wrkliche Erfahrungen damit, wie man Plätzchen in einem Gasherd backt! Drum sind sie leider oben und unten etwas schwarz geworden! Haben aber trotzdem geschmeckt. Dazu gab's Glögi und wir haben Dekorationen für unsere Fenster gebastelt, damit auch bei uns ein wenig Weihnachtsstimmung aufkommt!
Hier das fertige Resultat:

[pic1]









Mittlerweile hab' ich auch noch ein paar Schneeflocken gebastelt und mein Fenster dekoriert! Ich habe gehofft, wenn ich Schnee an mein Fenster kleb', schneit's hier endlich auch mal richtig!!!

[pic2]











Katharina hat mich auf noch auf die Idee gebracht, Kerzenleuchter für Teelichter aus Orangen- und Mandarinenschalen zu basteln. Das sieht nicht nur gut aus, es riecht auch herrlich! Kann ich nur zum Nachmachen empfehlen! Billig und sehr einfach!

[pic3]









Viel Spaß beim Basteln und Backen!
Ich hab' auch mal wieder ein paar interessante Fakten für euch über dieses Land. Mittlerweile ist es hier wirklich nicht mehr lange hell am Tag. In der Früh wird es vor 9.30 Uhr kaum hell und um 15.30 ist es schon wieder stockfinster! Und der kürzeste Tag kommt ja erst noch (21.12.), es wird also noch schlimmer :( Kaum vorstellbar!
Und wenn es dann so grau in grau ist, wie die letzten Wochen, dann drückt das schon unglaublich auf die Stimmung! Kein Wunder das die Nordlichter hier alle so dem Alkohol verfallen im Winter! Ich hoffe, es gibt jetzt bald mal Schnee hier, aber so richtig, sonst kann ich für nix garantieren...

Grüße aus Tallinn,
eure
Astrid


1
Dezember
Soome! (25.11.-27.11.05)
Wie ich euch ja schon mal kurz im Gästebuch mitgeteilt hab, war ich neulich in Finnland!
Kurz und knapp: es war genial!
Aber hier zu den Details:
Ich hab mir mal am Freitag frei genommen, damit ich schon morgens aufbrechen konnte!
Wie schlau ich doch bin!?!? Das Ziel meiner Reise war der Besuch bei Pia, sie war im Sommer unsere IAESTE-Sekretärin! Sie lebt in Turku, an der Westküste Finnlands und dort wollte ich hin. Für den Freitag waren wir in Helsinki verabredet, wo wir auch noch Markus (auch von IAESTE-Freising) und seine estnische Freundin Tiina treffen sollten.
Es ging los mit der Fähre nach Helsinki. Ich hab die ganze Woche schon gebetet gehabt, dass sie auch fährt! Hab natürlich das billigste Angebot (390 EEK = 26 €) gewählt, allerdings war das ein Tragflächenboot, was bei stürmischer See erst gar nicht ausläuft! Also hieß es zittern!!! Mittlerweile hatte sich herausgestellt, dass Markus und Tiina (wohnen ja eigentlich in Tartu, im Süden Estlands) auf die gleiche Fähre gebucht waren wie ich und so hatten wir uns schon zum Check-In verabredet. Und was für ein Zufall, auch Katharina wollte an diesem Wochenende nach Finnland und oh Wunder, sie war ebenfalls auch dem selben Schiff wie wir!!! Und, wie soll es anders sein, wenn Engel reisen, die Fähre fuhr natürlich! Es hat zwar leicht geschneit als wir ausliefen, aber die See war recht ruhig! Überfahrt ohne weitere Vorkommnisse, nach 2 langweiligen Stunden waren wir endlich in Helsinki. Dort trennten wir uns von Katharina und machten uns auf den Weg zum Hauptbahnhof, denn dort waren wir mit Pia verabredet. Dort hin ging’s zu Fuß durch das Schneegestöber! Endlich Schnee!!!
Pia haben wir auch schnell gefunden und dann ging’s los mit Sight-Seeing in Helsinki. Eigentlich dachten wir ja, da wir eine Finnin dabei haben, sind wir bestens gerüstet und Pia kann uns alles zeigen und erklären! Aber wie das halt immer so ist, in seiner Heimat kent man sich dann doch nicht so gut aus, wie in einem anderen Land!!! Welch ein Glück, dass Tiina wohl schon öfter hier war! Haben dann auch den weißen Dom gefunden und ihn im Schneetreiben bestaunt! Weiter ging’s zum alten Markt am Hafen. Nach kurzem Beratschlagen, befanden wir es für besser mal ins Trockene zu gehen und entschieden uns für das Stadtmuseum. An diesem Tag waren alle Museen kostenlos, wie praktisch! War ganz interessant dort, aber wie Stadtmuseen halt so sind, besonders lange kann man da auch nicht bleiben! Okay, dann ging’s halt wieder raus und es schneite sogar nicht mehr! Also wieder zum Hafen, um von dort mit der Tram eine Rundfahrt zu machen. Gesagt, getan! War ganz nett! Danach ging’s dann ins Kiasma, das ist das Museum of modern Art! Oh mein Gott, wer mich kennt, sollte wissen, das ich und die Kunst doch eher nicht so harmonieren! Aber ich hab meine Bedenken überwunden und bin rein, hat ja schließlich auch nix gekostet! Das war sehr interessant, ich hab diese Art von Kunst, die es da zu sehen gab, irgendwie war es mehr Pornographie als Kunst, bis jetzt nicht wirklich verstanden! Aber den anderen ging es genauso!!! Wie beruhigend! Danach wollten wir doch wieder was Schönes! Wir dachten an was zu Essen. Nach kurzem Rumsuchen, haben wir uns für Hesburger entschieden! Für alle die nicht wissen, was das ist, es ist die finnische Variante von McDonalds! Nur besser! Es gibt Burger im Roggenbrötchen, hmmmmmmm, sehr lecker! Übrigens, wir haben auch in Tallinn eine Filiale von Hesburger (wäre vielleicht für den ein oder anderen ein Anreiz mich zu besuchen?!?), die Esten klauen nämlich einfach alles, was sie haben können! So haben die es auch mit ihrer Sprache gemacht, Wörter die ihnen gefallen, klauen sie, setzen so viele zusätzliche Vokale in das Wort, wie nur irgendwie geht, so das man nicht mehr erkennt, es ist z.B. deutsch und schwupps ist es estnisch! Tolles Volk, diese Esten!!!
Nach dem Essen, mussten wir uns dringend auch wieder bewegen und wir sind noch mal am Dom vorbei, mittlerweile war es dunkel (auch ein sehr schöner Anblick!) und zurück zum Hafen. Dort haben wir dann die Präsidentin Tarja Halonen getroffen! Sie kam wohl grad von irgendeiner Feier und war mit ihrem ganzen Anhang auf dem Weg zum Auto! Wir Ausländer hätten sie ja überhaupt gar nicht erkannt, aber Pia war ganz aus dem Häuschen! Sie rief nur: „Das ist die Präsidentin! Das ist die Präsidentin!“ Toll, das war schon was besonderes an meinem Helsinki Besuch! Wir sind dann noch an einem Fischerstand hängen geblieben und der Fischer zeigte uns noch seinen ganzen stolz, er hatte in seinem Wagen einen 20 kg Lachs!!! Das war vielleicht ein Fisch!
Schließlich machten sich Tiina und Markus wieder auf den Weg zur Fähre, sie wollten noch am gleichen Abend zurück nach Tallinn. Also sind Pia und ich zum Bahnhof, um nach Turku zu fahren! Eins kann ich euch sagen, wer in Finnland Zug fahren will, sollte lieber erst mal überlegen, ob man nicht erst mal in Finnland studieren kann, irgendwie! Denn die ISIC (internationaler Studentenausweis) gilt nur, wenn man in Finnland studiert! Was für ein Schwachsinn! Zug fahren ist wirklich teuer in Finnland, die toppen tatsächlich auch noch Deutschland! Und das geht ja schon fast gar nicht!
Nach 2 Stunden Fahrt sind wir in Turku angekommen und sind erst mal zu Pia nach Hause gegangen! Sie wohnt ziemlich zentral gleich in der nähe der Uni, des Flusses und des Doms. Wirklich sehr schön! Und wenn man bei ihr zum Fenster rausschaut, sieht man das Observatorium von Turku! Auf der anderen Seite hat man einen Blick auf Turku und auf den beleuchteten Weihnachtsbaum vor dem Dom! Fantastisch!
Nach kurzer Rast haben wir uns auch schon wieder fertig gemacht für die Nacht! Es stand noch so einiges auf dem Programm, es hieß sich warm anziehen! Aber erst mal sind wir in eine kleine Kellerkneipe bei Pia über die Straße gegangen. Dort haben wir dann noch ihren Bruder und einige Freunde getroffen. Und schließlich ging es Richtung Uni, denn um 1.00 Uhr nachts fand dort ein Vorweihnachtsfest statt! Dafür wurde die Straße vor der Uni gesperrt und überall befanden sich kleine Stände an denen man heißen Glögi kaufen konnte! Drum also warm anziehen, es war eine Draußen-Glögi-Trink-Studenten-Party! Aber da ich ja in Finnland war und wie ihr ja alle wisst trinken Finnen ja ganz gern einmal, war der Glögi natürlich mit Wodka gepanscht! Normalerweise ist Glögi ja alkoholfrei, wie ihr auch sicher alle wisst! Es ist ein Früchtepunsch, aber der finnische Student weiß sich ja zu helfen, da schüttet man eben Wodka rein und schon ballerts! Aber ist wirklich ganz lecker, solange das Verhältnis zwischen Wodka und Punsch stimmt. Manche haben wohl etwas viel erwischt, aber so kenn ich ja mittlerweile die Finnen! Wenn man trinkt, dann sehr ordentlich!
Aber weiter im Text: gegen Ende wurden die Mischungen dann immer stärker und zum Schluß war’s dann halbe/halbe! Für alle die das nachmachen wollen: es schmeckt nicht, lasst lieber die Finger davon, auch wenn’s ballert! Auf unserem Heimweg haben wir dann noch Philip alias „Tyrone“ (oder so ähnlich) getroffen! Er ist wohl ein einigermaßen Bekannter Musiker (Rap, Hip-Hop oder so! Eigentlich hab ich’s vergessen, was es war) aus Großbritannien, aber es tut mir wirklich leid, ich hab davon noch nie was gehört und Pia auch nicht! Vielleicht hat er uns auch doch nur verarscht, egal! Es war lustig, hatten unseren Spaß :)!
Wir waren so gegen 5.30 Uhr daheim, glaub ich! Und sind dann auch erst am nächsten Mittag, um genau zu sein so gegen 13.00 Uhr wieder erwacht! Und es war alles nicht so einfach! Aber zumindest war noch jede Menge Schnee da, so wie es sich für Finnland im Winter auch gehört! Jetzt hieß es dann auf, fertig machen zur Sight-Seeing Tour durch Turku! Wir sind dann auf der einen Seite des Aurajoki entlang gewandert und auf der anderen Seite wieder zurück. Und wir haben den Fluß nicht etwa über eine Brücke überquert! Nein! Hier in gibt es eine Fähre für so was! Wie lustig, die Überfahrt dauert ca. 30 sec!!! Haben dann noch die Lichter in der Stadt bestaunt, Einkäufe erledigt und schnell wieder heim! Das ist ganz schön anstrengend, so viel frische Luft! Haben uns dann auch gleich noch mal ins Bett gelegt und ein Nickerchen gemacht. Als wir wieder aufgewacht sind war es 3 (drei!) Stunden später! Und wir wollten doch anschauen, wie die Lichter am Tannenbaum vor dem Dom entzündet werden und dann auf’s Weihnachtskonzert vom Studentenchor im Dom. Mein Gott, alles verpennt! Schade, wäre bestimmt schön gewesen! Vorweihnachtsstimmung in Finnland, in der Heimat des Weihnachtsmannes!!!
Am Abend kamen dann Maria und Irene, 2 Freundinnen von Pia und wir haben Weihnachtssterne gebacken. Die heißen natürlich nicht so, aber die Übersetzung heißt so, ich konnte mir das finnische/schwedische einfach nicht merken. Vielleicht kannst du mir das ja noch mal sagen, Pia! Es ist ein Blätterteiggebäck mit Pflaumenmarmelade, so was von lecker!!! Das muß ich noch mal machen, unbedingt! Außerdem gab es noch Pfefferkuchen und Schokolade und Lakritze, natürlich! Ein Muß in Finnland, am besten gleich Salmiakki! Das ist die verstärkte Lakritz-Version! Da die anderen beiden Mädels auch sehr gut deutsch gesprochen haben, kein Wunder sie studieren ja genau so wie Pia Germanistik, hab ich eigentlich auch das ganze Wochenende kein Englisch gesprochen, auch mal sehr erholsam! Es war ein sehr gemütlicher und lustiger Abend. Aber nachdem wir ja quasi den ganzen Tag geschlafen hatten, waren wir jetzt mitten in der Nacht gar nicht mehr müde und so sind wir dann noch mal los und haben einen Nachtspaziergang (es war schon 0.00 Uhr) unternommen. Natürlich sind wir erst mal zum Tannenbaum, denn jetzt leuchteten die Lichter ja! Ein toller Anblick im Dunkeln und im Hintergrund der Dom! Wir sind dann wieder eine Weile am Fluß entlang und auch dort sind Nachts überall Lichter! Und dann mit dem Schnee überall und bei der Kälte, einfach toll!
Als wir wieder daheim warne, konnten wir sehr gut einschlafen und sind auch erst am nächsten Mittag wieder aufgewacht! Wir beschlossen ein weiteres Mal am Fluß entlang zu laufen. Diesmal sind wir bis an den Hafen gelaufen, haben jede Menge große und kleinere Schiffe gesehen und schließlich auch noch das Schloß/die Burg (was es genau ist, weiß ich auch nicht, seht euch die Bilder an und entscheidet selber!) besichtigt!
Und dann wurde es auch schon wieder Zeit für mich meine Sachen zu packen und den Zug zurück nach Helsinki zu nehmen! In Helsinki hatte ich dann noch etwas Zeit bevor meine Fähre zurück nach Tallinn ging und ich bin noch mal ein bisschen durch die Stadt gelaufen, hab die Lichter und die Weihnachtsstimmung genossen und hab noch ein paar Souvenirs erstanden.
Um 19.00 Uhr war ich dann wieder am Hafen und hab dort auch wieder, wie es ausgemacht war, Katharina getroffen. Sie hatte wieder zufällig die selbe Fähre zurück gebucht wie ich! Das war gut, denn 2 Stunden auf der See sind ganz schön langweilig! Ohne weitere Vorkommnisse nach Tallinn zurückgekehrt! Und siehe da, wie zu erwarten war, lag in Tallinn natürlich kein Schnee!!! Wie schon die ganze Zeit! So langsam mag ich Estonia nicht mehr so gern!!! Überall ist Schnee, nur hier wo eigentlich schon seit Wochen einer liegen sollte (laut Aussagen der Einheimischen und des Reiseführers!), ist keiner!
Wenigstens war ich in Finnland und dort gab’s welchen!

Ich hatte wirklich ein tolles Wochenende dort!
Vielen Dank, liebe Pia, dass ich bei dir sein durfte! Es war wirklich schön Dich wieder zu treffen! Vergiß’ nicht alle zu grüßen, wenn Du dann bald in München/Freising bist! Herzlichen Dank für alles! Würd’ mich freuen, wenn das klappt und du vielleicht im Januar oder so, zu mir nach Tallinn kommst :) !

So, dass war’s mal wieder von meinen Erlebnissen aus der Ferne! Jetzt bin ich erst mal wieder ein paar Wochenenden hier in Tallinn bevor ich wieder was unternehme, möchte die Vorweihnachtsstimmung auch hier ein bisschen genießen!
Seid alle schön brav, denn ihr wisst ja, sonst bringt der Nikolaus nix!
Wünsch’ euch allen einen schönen Advent!
Ma tervitan teid!
Eure
Astrid


 
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